Am Sonntag stellten sich die HTV Damen bestmöglich für das erste Heimspiel der Saison auf: Schließlich musste bereits jetzt ein Sieg her, damit die Niederlage eine Woche zuvor das Ziel des Klassenerhalts in der noch jungen Saison nicht zu früh gefährdete. Zu kämpfen hatten die best of six aber nicht nur mit den alten Rivalinnen aus Eppelheim, sondern auch mit der Natur, denn der Wind blies erbarmungslos in die ständerlosen Schirme, die Maisonne schien kräftig auf die noch jungfräulich helle Haut der Spielerinnen und die Insekten lieferten sich ein Flugballett mit den gelben Bällen über dem roten Sand.

Starten durften in ungewohnter Reihenfolge Dani, Kirsten und unsere tatkräftige Unterstützung aus Nußloch in Person von Julia. Während die zwei letztgenannte souverän durch den ersten Satz glitten, muss an dieser Stelle das Phänomen „Dani“ erwähnt werden. Die Nachricht „Ich hatte bislang noch keinen Schläger in der Hand“ 10 Tage zuvor würde eine Mannschaftsführerin normalerweise etwas ungemütlich stimmen. Schließlich erfordert auch für diejenigen Spielerinnen, die den Winter über in der Halle gespielt haben, der Übergang zu Sand etwas Eingewöhnung. Doch wir kennen bereits Danis Strategie (auch wenn niemand von uns diese jemals anzuwenden in der Lage wäre): Mit Selbstverständlichkeit und Eleganz quasi aus dem Stand eine starke Gegnerin besiegen, ohne eine Miene zu verziehen. Und das am Muttertag, während die Mannschaftskolleginnen (und erst danach die Kids) den wunderbarsten Kuchen der Tennisecke verputzen. Chapeau!

Die ersten drei Punkte waren also eingetütet. Nun war es an den top drei den Sieg womöglich schon vor den Doppeln zu sichern. Anne kämpfte gegen die Elemente und sich selbst, vor allem, weil die starke Gegnerin ihre Topspin-Bälle im Wind fliegen lies und Anne so ihre einzige Stärke – draufhauen – nicht zufriedenstellend ausführen konnte. Den Punkt hat sie sich aber nicht nehmen lassen. Jasmin – von Kirsten kurzerhand zu „Jazzman“ getauft, was ihrem improvisationsreichen Spielstil durchaus gerecht wird – auf dem Centercourt bekam es mit der starken Gegnerin vom Vorjahr zu tun, wo letztlich der Match-Tiebreak entscheiden musste und zwar diesmal leider nicht zu unseren Gunsten. Nun lag es an Caro den Siegespunkt zu holen und hier fasst Kirstens Nachricht an das gesamte Team die Situation bestens zusammen:

„Caro zerstört auf Platz 1 eine Teenie-Liebe … Mr. Dummschwätzer steht am Zaun und quarzt und coached seine Love, die von Caro in den Wahnsinn getrieben wird“

Nach einer kurzen Verwirrung im Chat, ob es sich beim genannten Mister eigentlich um den abteilungseigenen HTV-Dummschwätz- und-Doppel-Großmeister handelt – dem Verhaltensmuster nach zu urteilen wäre diese Verwechslung durchaus realistisch – wobei aber unklar blieb, um welche Love es sich genau handelt und ob Caro nun womöglich für eine handfeste Ehekrise verantwortlich ist – stellte sich zum Glück heraus, dass der gegnerische dummschwätzende Fan gemeint war. Der Siegespunkt wurde also mit Schweiß und Tränen – wenngleich die gegnerischen – begossen und die HTV-Damen hatten ihren ersten Saisonsieg in der Tasche!

Von den drei Doppeln wurden dann noch zwei gewonnen, so dass das erste Heimspiel und gleichzeitig die Revanche gegen Eppelheim ein voller Erfolg war. Unser hauseigener HTV-Dummschwätzer hat die Damen übrigens auch mit Applaus und Aufmerksamkeit unterstützt, was uns Damen wie immer sehr gefreut hat. Wir lassen nun von der Kasse prüfen, ob ein T-Shirt mit der entsprechenden Dienstbezeichnung im Budget ist, damit künftige Verwechslungen vermieden werden können.

AJ